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Hopfenexkursion in der Hallertau 2021

Ein Wochenende rund um die „Seele des Bieres“ den Hopfen

Im Rahmen des Biersommelierkurses der Deutschen Bierakademie, waren wir Mitte September unterwegs in der schönen Hallertau. Wir begaben uns, bei einer Hopfenexkursion, auf die Suche nach der „Seele des Bieres“.

Mit einigen Mitgliedern aus den beiden vergangenen Biersommelierkursen und auch des aktuell laufenden Kurses, erfuhren wir sehr viel spannendes über den Jahresablauf und das Leben der Hopfenpflanze, bis sie dann letztendlich zum Genuss in unseren Bieren landet.

Freitag 10.09.2021 Hopfenforschungszentrum Hüll

Am Freitag ging es dann mit dem Bus-Oldtimer, gefahren von Biersommelierkollege und Geschäftsführer der Deutschen Bierakademie Holger Hahn, zum kleinen Ort Hüll in der Hallertau. Dort machten wir Station im Hopfenforschungszentrum der Gesellschaft für Hopfenforschung und erfuhren in einem Theorieblock, der von Walter König, dem Geschäftsführer des bayerischen Brauerbundes geführt wurde, sehr detailreich, was beim Hopfenanbau und beim Pflanzenschutz alles zu beachten gilt. Die Vielfalt und Präzision in der Hopfenforschung wurde uns hier dann durchaus bewusst und brachte einige dann doch zum staunen, wie weit man in der heutigen Zeit schon ist, um einen qualitativ hochwertigen und umweltresistenten Rohstoff zu züchten.

Im Anschluss ging es nach draussen und wir wurden von Lisa und Züchter Anton in die Züchtung des Hopfens eingewiehen. Anschließend wurden wir mit der Bonitierung der Hopfendolden vertraut gemacht und durften einige Hopfensorten in den Händen bonitieren. Sehen, riechen, schmecken. Als neuer „Jahreshopfen“ galt es den Tango-Hopfen in seiner Pracht zu bestaunen.

Daraufhin machten wir uns auf den Weg ins Hopfenzuchthaus, wo die GfH die Hopfenpflanze auf Herz und Nieren testet. Hier werden z.B. Mehltau-Befall und andere Witterungsbedingungen simuliert, um zu sehen wie die Pflanze darauf reagiert, oder welche umweltfreundlichen Pflanzenschutzmittel verwendet werden können.

Natürlich ging es dann auch noch zur Ernte und auf die Hopfendarre, auf der die frischen Hopfendolden für den „Testbetrieb“ im Hopfenforschungszentrum auf einen bestimmten Grad angetrocknet werden.

Das Ganze gab es dann auch noch in groß zu bewundern. Gegenüber hat Anheueser Busch die Busch Farm. Ein großer Hopfenbetrieb für die AB InbeV Gruppe. Und auch hier bewunderten wir die beeindruckende Hopfendarre.

Im Anschluss verkosteten wir diverse Testsude mit dem Tango Hopfen und unser Weg führte uns dann mit dem Bus weiter in die Reinheitsgebot-Stadt Ingolstadt, wo wir von Frau Schmidl eine spannende Stadtführung bekamen. Den Abend ausklingen ließen wir erst bei der Altstadtbrauerei Griesmüller und anschließend im Zwølf, dem Ausschank der Craftbeer-Ikonen von Yankee&Kraut. Nach der Heimkehr in Wolnzach gab es noch das ein oder andere Bier beim „Busstand“ von Tom Land, dem Bräu von Landwinkl Bräu aus Bamberg.

Gut gestärkt vom Frühstück im Hotel Hopfengold ging es dann nach Eibing in der Nähe von Geisenfeld, auf den Hopfenhof Hallertau. Dort führt die Liebe Familie Kund, mit bald Biersommeliére Kollegin Kathrin Kund, mit viel Engagement und Leidenschaft den Hopfenbetrieb im Nebenerwerb! Denn Ihr Mann Erich ist auch noch selbständiger Steuerberater. Begrüßt wurden wir von der fünfköpfigen Familie und einer erfrischenden Hopfenlimonade. (Böse Zungen mögen behaupten, dass es bei einigen eher das Kontergut nach dem vorherigen Abend war 🙂 )

Im Anschluss wurden wir, in vier Jahreszeiten aufgebaut, durch das Jahr auf dem Hopfenhof geführt. Vom aufhängen der Drähte und Pfähle, über „oandroahten“, anleiten und pflegen. Zum bewässern, Pflanzenschutz und die Kontrolle. Bis hin dann zur Ernte im September, bei der wir Live dabei sein durften als Erich mit seinen Kindern die Hopfenpflanzen in Windeseile mit der Schneidemaschine am Traktor abgetragen hat. Dann ging es in Handarbeit zum aufhängen in die Pflückmaschine und ab hinauf in die drei-schubladige Hopfendarre, die mit Freude von Tochter …. geöffnet wurde. Ab da ging es dann in den homogenisier-Raum und dann in die Hopfensäcke zur Beurteilung und schließlich in den Absatz.

Nach dieser tollen Wissenserweiterung und der noch so detailreichen Antwort auf unsere Fragen, gab es im Hof noch eine tolle Überraschung für uns. Es wurde ein Hopfen-Cuvée gereicht und ein leckeres Brot mit Hopfenbutter. Dazu durften wir den Klängen des „Hallertauer Liedes“ lauschen.

Es war ein sehr schöner Ausflug auf den Hopfenhof Hallertau und wir können nur jedem empfehlen, der in dieser Region ist, sich diese Führung und die liebevolle Tour durch Familie Kund mal anzuschauen.

Noch sichtlich erschöpft von den Eindrücken gestern und am Samstagmorgen ging es dann gemütlich mit Holgers Bus weiter in Richtung Abendsberg. Dort begaben wir uns auf Entdeckungstour in der Kuchlbauer Weißbierwelt mitsamt seinem imposanten Kuchlbauer-Turm, dem letzten Projekt von Friedensreich Hundertwasser, dem österreichischen Künstler. Das ganze Gelände der Kuchlbauer Weißbierwelt zeigt Ansätze der Reliefs und Mosaike, teilweise aus Flaschenbruch und -böden entstanden. Unser Führer zeigte uns das Kupfersudhaus, einen Raum mit den fünf wichtigsten Kuchlbauer Produkten und dem singenden Brauer-Engel Aloysius, der auch ein Bockbier-Pendant zur Seite gestellt bekommen hat.

Wir bekamen die Geschichte der sieben Weißbierzwerge erzählt, bevor es dann in die Abfüllung (die an diesem Tag wohl nicht in Betrieb war?!) hinter Glasscheiben ging. Danach befanden wir uns im Keller des Kuchlbauer-Turms wieder und lauschten einem Film, bei dem der Turm erklärt wurde. Dann durften wir auf eigene Faust die 35m des Turmes hinaufsteigen und genossen die Aussicht über Abendsberg.

Beim anschließenden, zünftigen Mittagstisch stärkten wir uns für das Nachmittags – und Abendprogramm. Denn es ging zurück mit dem Bus nach Wolnzach, wo wir uns dann von unserem tollen Bus und dem noch tolleren Busfahrer Holger verabschieden mussten. Im Anschluss bekamen wir im Deutschen Hopfenmuseum eine wunderbare Verkostung der 6 bayerischen „Siegerbiere“. Da war auf jeden Fall der ein oder andere Kracher dabei.

Den Abschluss des zweiten Hopfenexkursions-Tages war dann eine Führung und Verkostung bei der Urban Chestnut Brauerei in Wolnzach, wo wir viel über die Mutterbrauerei in den USA und die Brautechnik in Wolnzach erfahren durften. Es gab natürlich auch wieder Bier und dabei ein Special. Ein noch nicht abgefüllter Rauch-Eisbock, der zusammen mit dem großartigen Sebastian Sauer und seiner Freigeist Bierkultur gebraut wurde.

Im Anschluss wurde dann zünftig gegessen und der Abend klang wie der vorherige auch an Tom Lands Bierbus-Theke aus.

Es war ein großartiges Wochenende. Ein großer Dank an die Deutsche Bierakademie, dass wir diese Tage mitten und rund um den Hopfen erleben durften. Eine schöne Gegend, in die es sich lohnt erneut hinzufahren. Vor allem zum Hopfenhof Hallertau und der liebevollen Führung durch bald Biersommelière Kollegin Kathrin Kund.

Text und Beiträge: Nadja & Paddy@HoppiThek, Bilder von Nadja & Paddy, Deutsche Bierakademie, Hopfenhof Hallertau, Hopfenforschungszentrum Hüll, Gesellschaft für Hopfenforschung
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