Kursteil 9

Die amerikanische Bierwelt und Craftbier

Im 9. Kursmodul zum International Beersommelier, begaben wir uns auf die Reise in die letzte Bierwelt-Vorstellung unseres Kurses. Es ging über den großen Teich nach Amerika.

Wir erfuhren, dass es dort keine eigene historische Bierwelt gab, sondern die Bier-Landschaft nach der Entdeckung durch Columbus, erst mit den Einwanderen aus Großbritannien, Deutschland, Tschechien und der Niederlande entwickelte. Das Schiff Mayflower um 1620 brachte einige der britischen Einwanderer an die Küsten der heutigen USA. Sie brachten natürlich ihr eigenes Bier mit, denn sie wussten ja eines, das Wasser war ja eher ungenießbar und so war das Bier, das sichere Getränk. Zu der Zeit war Nordamerika quasi entvölkert, vor allem durch Krankheiten der eingeschleppten Einwanderer.

Brauhäuser gehörten damals zu den ersten Gebäuden einer Siedlung, denn das Bier war halt das einzige verfügbare „gesunde Getränk“. So gab es 1612 die erste Brauerei an der Südspitze Manhattens und 1620 in Plymouth. Jede Küche enthielt Vorrichtungen zum Brauen. Da es aber keine eigen angebaute Braugerste gab, wurde meist mit Mais oder anderen Alternativen, zB.: Kürbis gebraut.

Hohe Steuern und ein Krieg

1765 wurde dann der „Stamp Act“ der britischen Verwaltung aufgelegt. So wurden importierte Güter immer höher besteuert. Die „Sons of of Liberty“ war eine Bewegung, die sich Gegenmaßnahmen überlegten. Eine weitere Beschränkung erfolgte 1768 mit den Townsend Acts bei denen noch höhere Steuern auf englisches Importbier gesetzt. So gab es eine stärkere Nachfrage des heimischen Bieres. Es folgte der Unabhängigkeitskrieg bei dem 300 Gallonen Bier am Tag gebraucht wurden. Der Hauptbierstil zu dieser Zeit war das „Porter“. Während der Besiedelung des Westens waren es vor allem deutsche Einwanderer, die entlang des Ohio River siedelten, vor allem auch in Cincinnati. Von hier exportierten sie ihr Bier über den Fluss bis nach New Orleans.

Die Zustände in Deutschland brachten auch die untergärigen Biere mit nach Amerika. Im 18. Jahrhundert entstanden die ersten großen Brauereien, die in der Regel von deutschen Einwanderen gegründet wurden. 1840 entstand das erste untergärige Bier in Philadelphia. Bekannte Namen waren Anheuser, Busch, Miller, Pabst, Schaefer, Schlitz, Stroh, Trommer, Weinhard, Yuengling.

Alkoholverbot und Erste Craftbiere

Ein großer Einschnitt in die Entwicklung brachte die landesweite Prohibition von Januar 1920 bis Dezember 1933. Illegale Pubs entstanden, in denen noch Alkohol ausgeschenkt wurde. Ausser Kriminalität gab es keine wirklichen Erfolge der Prohibition.

anchor-liberty ale
Anchor – liberty ale

In diesem Zusammenhang verkosteten wir das Anchor Liberty Ale. Heute würde man es als India Pale Ale benennen. Denn es war das erste modern gebraute amerikanische India Pale Ale seit dem Ende der Prohibition im Jahre 1933.

Wir beschäftigten und mit der Frage, was bedeutet eigentlich „Craft“ und begrüßten dann unseren Gast des Abends. Ron Smith aus Indiannapolis konnte uns viel über Craftbier, Sierra Nevada und die großen Industriebrauereien erzählen. Er zeigte auf, wie wichtig der Hopfen in den tollen Craftbieren, wie dem American Pale Ale und den harzigen WestCoast-IPAs ist. Im Zuge des Vortrages durften wir die beiden tollen Sierra Nevada Biere, Pale Ale und Torpedo IPA verkosten.

BrewDog - ALD IPA
BrewDog – ALD IPA

Nach einer Ergänzung durch Markus verkosteten wir noch gemeinsam das ALD IPA von BrewDog aus Schottland, welches mittlerweile auch hierzulande zu einiger Aufregung in der Bierszene geführt hat.

Es war wieder ein spannender Kursteil, der für uns etwas wie der Abschluss der Bierwelten und Bierstile brachte. Ab dem nächsten Kursteil geht es dann in die Vorbereitung zur Arbeit als Biersommelier.

Texte: Paddy, Nadja, Deutsche Bierakademie, Bilder: Paddy, Ron Smith
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