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C.H.A.O.S. Homebrewing – Panthopage #2021

Komplexe Frucht-Erfrischung

Heute haben wir ein spannendes Homebrew aus dem Raum Bruchsal im Glas. Oder sagen wir Mal, einer der professionellsten Homebrewer Deutschlands. Denn C.H.A.O.S. Homebrewing ist wohl spätestens nach den Erfolgen bei den großen Deutschen Hobbybrauer-Wettbewerben, ein sehr bekanntes Label. Zudem ist Florian Erdel seit dem letzten Jahr auch ein Alumni-Kollege der Deutschen BierAkademie. Also genau wie wir ein International Beersommelier.  Vor allem aber hat Flo ein Fabel für alles was mit Sauerbieren und Fermentation zu tun hat. So hat er auch eine eigene, kleine Hefebank, in der er ca. 100 Hefekulturen hegt und pflegt.

Das Pantophage #2021 ist ein Berliner Weisse Style Bier, mit einer Mix Fermentation. Das heißt hier werden Brettanomyceshefen und Milchsäurebakterien verwendet und eine obergärige Bierhefe. Der Name hat auch was mit der Hefe zu tun, denn der verwendeten Brett-Hefe sagt man ja nach, dass sie ein Allesfresser ist. Und aus der Zoologie ist ein panthophages Tier eben ein Allesfresser. Wobei wir wieder nicht vergessen dürfen, dass Hefen ja keine Tiere sind sondern Pilzkulturen.

Das Panthopage hat nach der Hauptgärung  eine ganze Ladung an Früchten bekommen. Himbeeren, Sauerkirschen, schwarze Johannisbeeren und Brombeeren durften mit dem Bier baden gehen. Dazu hat Florian Lavendelblüten mit dazugenommen. 2 Monate durfte das Bier darauf liegen.

Ins Glas fließt ein himbeerrotes, leicht opales Bier. Ein zu Beginn feinporiger, weisser Schaum liegt flüchtig auf dem Pantophage.

In der Nase überwiegt zu erst die Fruchtnote, ein leicht würziges Aroma und eine blumige Note. Das Brett-Aroma ist in der Nase sehr gut in Frucht und Säure eingebunden.

Beim Antrunk entfaltet sich sofort eine anspruchsvolle Säure, aber auch sofort die Komplexität der Früchte und des Lavendels. Beim Mundgefühl bekommt man vor allem mit höherer Trinktemperatur eine Frucht-Joghurt-Textur auf der Zunge. Im Abgang zeigt sich dann ein leicht minziger, pfeffriger Charakter und nochmal feine Säure hinterher.

Fazit: Ein Bier, mit dem man sich Zeit lassen sollte um alle komplexen Aromen voll auszuschöpfen. Die Sauerbierwelt ist absolut spannend, aber es ist vielleicht nicht das Bier, was jedem sofort zugänglich wird und schmeckt.

Sommelier-Quickpass / Facts:

Vergärung: Mixed Fermentation

Bierstil: Fruited Berliner Weisse Style

Alc. 4,2%

Trinktemperatur: zwischen 6 und 10°C

Glas-Empfehlung: TEKU-Glas, Kelch

Food-Pairing: Als Aperitif, gereifter Käse, Schinkenplatte

Musik-Empfehlung: Placebo – The Bitter End

www.instagram.com/chaos_homebrewing

Paddy@HoppiThek, vielen Dank an Florian Erdel
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